40000 Jahre Haft
40000 Jahre Haft. Das ist die Strafforderung der spanischen Ankläger für jeden der Hauptbeteiligten an den Bombenanschlägen in Madrid am 11. März 2004. 191 Menschen mussten damals sterben.
Das klingt natürlich verdammt viel, aber nach spanischem Recht müssten die so Verurteilten höchstens 40 Jahre absitzen. Wir können also festhalten, dass in Spanien ähnlich seltsame Diskrepanzen zwischen Strafmaß und tatsächlich abgesessener Strafe bestehen wie in Deutschland mit seiner ebenso interessanten “lebenslänglich=15 Jahre”-Methode.
Die anderen Beteiligten sollen übrigens mit lediglich 4 bis 24 Jahren Haft bestraft werden. Ein Schnäppchen gewissermaßen. Wie lange die dann wirklich sitzen müssten, hat anscheinend noch niemand recherchiert…
Wo zum Teufel liegt eigentlich der Sinn darin, solche Phantasiestrafen zu verhängen? Wenn ich jemanden 40 Jahre einsperren möchte, OK. Da weiss man woran man ist. Aber wenn die effektiv mögliche Strafe von vorneherein nur ein Tausendstel der verhängten Strafe sein kann (nur in diesem Fall natürlich!
), dann ist es doch eigentlich ziemlich unsinnig, solche Summen von Jahren überhaupt ins Gespräch zu bringen.
Gerechter oder schwerer wird die Strafe ja effektiv nicht. Also was soll das?