Die WM Spannung wird langsam unerträglich. Für alle die ein schwaches Herz haben, wollen wir diese ungesunde Ungewissheit schleunigst beenden - und den Ereignissen im Folgenden vorgreifen.
Deutschland vs. Costa Rica 9. Juni 2006, München
Bundestrainer Klinsmann beginnt gleich mit einem Geniestreich. Er lässt als Maskottchen den Kölner Geißbock einfliegen und hat prompt mehr Glück als Verstand: Schiedsrichter Graham Poll verlängert eine verkorkste Flanke von Deisler mit der Hacke zum 1:1 Ausgleich. In der Nachspielzeit lässt sich der Engländer im Strafraum fallen und gibt Elfmeter - 2:1 Ballack.
Deutschland vs. Polen 14. Juni 2006, Dortmund
Listig klimpern die Deutschen auf der Klaviatur der Emotionen. Polens Star Ebi Smolarek (Borussia Dortmund) ist durch die Gesänge seiner BvB-Fans (”Ebi, wir lieben dich”) so gerührt, dass er Rotz und Wasser heult und ausgewechselt werden muss. Als auch noch Deutschlands oberschlesische Torjäger Lukas Podolski und Miroslav Klose voller Inbrunst das Gewerkschaftslied “Zeby Polska byla Polska” anstimmen, ist Polen verloren: Torwart Dudek lässt sich von seinen Gefühlen übermannen, singt mit geschlossenen Augen mit - und lässt einen angeschnittenen Einwurf Podolskis zum Tor des Tages durch.
Deutschland vs. Eccuador 20. Juni 2006, Berlin
3:0 Toller Kopfball Hattrick von Miro Klose. Doch Deutschland ist hellauf empört - denn mit verschwommenen Fotos eines Amateuerfilmers deckt die Bild-Zeitung (LÄSST KLINSI FOLTERN?) das dunkle Geheimnis auf, das sich hinter Kloses phänomenaler Srungkraft verbirgt: Mehrmals täglich wird er am Kopfballpendel vom Hockeybundestrainer Bernhard Peters mit dem Krummstock gebarrt.
Deutschland vs. England 24. Juni 2006, München
Englands Rüpel Wayne Rooney beschert der WM den ersten Skandal: Unter dem Vorwand, kurz aufs Örtchen zu müssen, löscht er bei Halbzeit an einem Bierausschank vor der Tribüne seinen Durst. Im Spiel trällert Rooney danach peinliche Lieder, flucht wie ein Bierkutscher und verabschiedet sich, als er beim Elfmeterschießen nur die Eckfahne trifft, mit einer weltweit live und in voller Lautstärke übertragenden Blähung - Deutschland siegt 7:6 n.E.
Deutschland vs. Argentinien 30. Juni 2006, Berlin
Mit einem Spanferkelessen(”Heute brauchen wir Schwein”) schwört Klinsmann seine Truppe aufs Viertelfinale ein. Es hilft: Crespo schießt zwar das 0:1 - doch der aus dem Ruhestand geholte Schiedsrichter Pierlughi Collina vermeldet am Ende einen 1:0 Sieg der Deutschen, der trotz wilder Proteste vom FIFA-Chef Sepp Blatter (”Tatsachenentscheidung”) anerkannt wird. Collina erholt sich vom schweren Spiel abends bei einem Cappuccino im “Wett-Cafe” des Kroaten Ante F. am Kurfürstendamm.
Deutschland vs. Italien 4. Juli 2006, Dortmund
Zum Helden des Halbfinales wird Rolf Töpperwien. Nur der rasende ZDF Reporter kann Vieri noch folgen, als der kurz vor Schluss an der Mittellinie auf und davon geht. Auf Höhe des Strafraums brüllt Töpperwien mit heraushängender Zunge “You speak English?”, zerrt dem Italiener am Ärmel und plappert im derart das Ohr voll, dass sich Vieri, mit den Nerven am Ende, in den Kabeln verheddert und über Töppis Knie stürzt. Im Gegenzug macht Asamoah das 1:0.
Deutschland vs. Brasilien 9. Juli 2006, Berlin
Fürs große Finale greift Klinsmann in die Psychotrickkiste: auf Wunsch des Bundestrainers hält 54er-Weltmeister Horst Eckel in der Teamsitzung seinen beliebten Lichtbildervortrag “Das Wunder von Bern”. Das Wunder von Berlin eröffnet Ronaldinho: Im Spielrausch schiebt er dem Schiedsrichter den Ball durch die Beine, worauf der ihm rot zeigt. Ronaldo? Der Dicke versagt. Er trägt ein Zweimannzelt mit der Rückennummer “11″, und als er sich nach einer halben Stunde erstmals bewegt, platzt ihm die Hose. In der 84. Minute ist es endlich soweit: Ballack spielt mit sich selbst Doppelpass - 3:2. Im Olympiastadion bleiben die Uhren stehen. Es ist 21.39 am 9. Juli 2006.
(per Mail- Autor unbekannt. Sachdienliche Hinweise werden gerne entgegengenommen)